Wissenswertes rund um den Reifen

Sommerreifen

Sommerreifen sind für Straßenverhältnisse ohne Schnee und Eisglätte ausgelegt. Ihre Gummimischung wird auch bei hohen Temperaturen nicht zu weich; auch bei hoher Geschwindigkeit ist die Abnutzung relativ gering.

Mit abnehmender Profiltiefe verschlechtert sich das Verhalten bei Regen, Aquaplaning tritt früher auf. Gesetzlich sind daher 1,6 mm Profiltiefe gefordert. Der ADAC empfiehlt für Sommerreifen mindestens 3 mm Profiltiefe.

Winterreifen (M+S-Reifen)

Viele Länder haben zu bestimmten Zeiten oder bei bestimmten Straßenverhältnissen eine Winterreifenpflicht erlassen.

In Deutschland besteht seit 2010 eine Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen, d. h. wenn Eis, Glätte und Schneematsch vorkommen.

Winterreifen sind für niedrige Temperaturen und winterliche Straßenverhältnisse ausgelegt. Sie verfügen über eine Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen ausreichend elastisch ist, um eine hinreichende Kraftübertragung (mittels Verzahnung mit dem Untergrund) zu erreichen. Winterreifen sind mit dem M+S-Symbol (englisch Mud and Snow, deutsch Matsch und Schnee) gekennzeichnet.

Mit abnehmender Profiltiefe verschlechtern sich die Hafteigenschaften auf Schnee deutlich. In Österreich muss deshalb ein Winterreifen mindestens 4 mm Profiltiefe aufweisen (und eine M+S-Kennzeichnung). Bei einer Profiltiefe unter 4 mm gilt der Reifen als Sommerreifen. Der ADAC empfiehlt für Deutschland ebenfalls 4 mm Profiltiefe; gesetzlich werden nur 1,6 mm gefordert.

Ganzjahresreifen

Die Eigenschaften von Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss: Auf Schnee kommen sie nicht an die Eigenschaften von guten Winterreifen heran; im Sommer haben sie – wegen ihrer systembedingt weicheren Gummimischung – einen höheren Abrieb bzw. Verschleiß und etwas erhöhten Kraftstoffverbrauch. Einige Ganzjahresreifen-Typen am Markt tragen das Schneeflockensymbol für hinreichende Wintertraktion.

In Österreich besteht seit Winter 2006/07 eine generelle Winterreifenpflicht auf der Antriebsachse für LKW über 3,5 t und für Omnibusse.

In Deutschland besteht seit dem 4. Dezember 2010 eine situative Winterreifenpflicht; sie löste eine seit 2006 bestehende, oft als schwammig kritisierte Regelung ab.

DOT-Nummer

DOT-Nummer 1107 für einen Reifen mit Herstellungswoche 11 aus dem Jahr 2007.

Die DOT-Nummer ist eine auf Reifen von Kraftfahrzeugen an mindestens einer Reifenflanke eingepresste Ziffernfolge, die u. a. das Herstellungsdatum des Reifens belegt. Die Abkürzung DOT steht für Department of Transportation (Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten).

Wir empfehlen, dass Reifen, die älter als zehn (10) Jahre (seit Fertigung) sind, nicht mehr benutzt werden sollten. Ist ein Reifen über längere Zeit hoher Temperatur ausgesetzt worden, empfehlen wir, diesen Reifen entsprechend früher aus dem Einsatz zu nehmen. Falls ein Verbraucher sich nicht sicher ist, ob ein Reifen aus dem Einsatz zu nehmen ist oder nicht, sollte er den Reifen umgehend von einem ausgebildeten Reifenspezialisten untersuchen lassen.

Reifendruck

Reifendruck: Wie Sie Ihre Reifen richtig unter Druck setzen
Die meisten Reifenschäden werden durch falschen Reifendruck (genauer Reifenfülldruck) verursacht. Zudem hat ein falscher Reifenluftdruck negative Auswirkungen auf die Fahrsicherheit und den Kraftstoffverbrauch. Kontrollieren Sie deshalb den Reifenluftdruck bei normalem Betrieb in regelmäßigen Intervallen von 2 Wochen oder zusätzlich bei besonderen Belastungen wie einer langen Reise (hohe Geschwindigkeit, schweres Gepäck).

Zu niedriger Reifendruck
Ein zu niedriger Fülldruck erhöht nicht nur den Verschleiß sondern beeinflusst auch das Fahrverhalten. Laut ADAC wirkt sich bereits eine Druckminderung um 0,5 bar zum Beispiel auf das Aquaplaningverhalten in Kurven oder den Bremsweg negativ aus. Der Unterluftdruck führt zudem zu übermäßiger Erwärmung in der Walkzone, welche dann eine Beschädigung der Bereifung zur Folge hat. Darüber hinaus erhöht sich bei Minderdruck der Rollwiderstand und damit auch der Kraftstoffverbrauch.

Zu hoher Reifendruck
Zu viel Luft im Reifen vermindert zwar den Kraftstoffverbrauch, hat jedoch ebenfalls negative Auswirkungen auf die Fahrsicherheit: Die Bodenhaftung nimmt ab, was eine erhöhte Schleudergefahr und mehr Seitenwindempfindlichkeit bewirkt. Auch hier kommt es zu vermehrtem Verschleiß des Reifens – in der Mitte des Reifenprofils. Eine Erhöhung des vorgeschriebenen Luftdrucks empfiehlt sich nur bei einer stärkeren Beladung (zum Beispiel mit Reisegepäck). Danach sollte der Druck aber wieder angepasst werden.

Profiltiefe - Unter 4 mm wird’s gefährlich

In Europa ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm gesetzlich vorgeschrieben. Doch Experten sind sich einig: Schon bei weniger als 4 mm Profil verlieren Reifen ihre Wintertauglichkeit. So entsteht gerade bei kalten Witterungen ein erhöhtes Unfallrisiko .Denn je geringer die Profiltiefe, desto länger wird der Bremsweg. Prüfen Sie daher zu jedem Winterbeginn Ihre Winterreifen und gewinnen Sie ein Höchstmaß an Sicherheit.

Das Reifenlabel - Europäische Reifen-Kennzeichnungs-Verordnung

EU/1222/2009 ab 1. November 2012
Die Reifen-Kennzeichnungs-Verordnung legt die Informationspflichten zu Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externem Rollgeräusch von Reifen fest. Weitere Informationen über folgenden Informationsflyer oder über www.dasreifenlabel.de.


Informationsquelle/Herausgeber: wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.,
BRV Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur - Handwerk e. V.